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Samurais mußten sich auch der hohen Schule
der Dichtkunst unterziehen, und nun auch ein kleines Gedicht
von mir;
Schicksalsspiegel
In Gärtlein’s Stille ich saß.
Leben und Tod ich vergaß.
Schreckte mich auf, eine dunkle Gestalt!
Vor mir sie stand! Mir wurde kalt.
Ich kein Gesicht erkennen konnt’!
Eine Kutte verbarg es gekonnt.
Eiskalter Wind mich erfasste!
Den ich doch so hasste.
Als die Kutte das Antlitz befreite!
Ich das ewig bereute.
Ein Totenschädel kahl und weiß!
Grinste auf schrecklichste Weis’!
Zur Abwehr streckten sich meine Hände!
Doch für ihn gab es keine Wände!
So furchtbar hart schlug mein Herz!
Für mich brannte keine Kerz’!
Doch er sagte kein Wort!
Ach, wünschte ich mich weit fort.
Auch keiner Bewegung er sich verriet!
Und doch! Er blieb.
Doch plötzlich schien er mir vertraut!
So stand er! Vor mir aufgebaut.
Mir schien, als verbinde uns etwas!
Mir fiel’s nicht ein! Ja, nur was!
Halt! Ich hab’s! Es ist die Einsamkeit!
Aus der uns niemand befreit.
Ich musste es ihm sagen!
Es sind doch meine innersten Klagen.
Streckte ihm meine Hand entgegen!
Ich hoffe, ich bin nicht zu verwegen.
Halte ein! Erhöre mein!
Schlag ein! Nimm mein!
Meine Freundschaft, Liebe und Treu!
Ach, ich mich doch so freu!
Nur du mich wirst verstehen!
Dass ich am liebsten möcht' vergehen!
Ich will mit dir zieh’n!
Wenn’s sein muss, auch flieh’n.
Aber nimm mich nur mit!
Das ist meine einz’ge Bitt’!
Wende dich nicht von mir!
Bitte! Bleib doch bei mir!
Der Wind seine Kutte zerzaust!
Seh’ kurz, was unter seinem Gerippe haust!
Ein Herz, das zu schlagen weiß!
Trau kaum meinen Augen! Es ist weiß!
Wo ist er? Ach, dort.
Er weht langsam fort.
Verharrt auf einmal!
Wendet sich noch einmal!
Hebt die Hand, winkt mir zu!
Mir scheint, er ruft mir zu!
Kann nicht verstehen dessen Sinn!
Ich glaub, … ein neuer Beginn!
© by Dietrich Meidl
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